CSU-Wahldebakel: Politische Hinrichtung für Beckstein und Huber

Von Hans Kohlhase • 29. September 2008 • Kategorie: Aktuell

Beckstein, Huber - kopflos und verzweifelt

Die Landtagswahl in Bayern am 28. September 2008 endete wie erwartet mit Verlusten für die seit 1962 regierende CSU. Daß es aber zu einem solchen Debakel für die „Schwarzen“ kommen würde, damit hatten wohl auch deren Gegner nicht gerechnet.
Bei einem Verlust von 17,3 Prozent verlor die CSU gut 1,6 Millionen Stimmen und kam lediglich noch 43,4 Prozent.
Eindeutige Sieger der Landtagswahl sind die Freien Wähler, die sich auf 10,2 Prozent der Stimmen verbesserten und die FDP, die mit acht Prozent wieder in den Landtag kam. Die Grünen verbesserten sich leicht auf 9,4 Prozent, während die Neostalinisten erfreulicherweise mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten.
Neben der CSU verlor auch die SPD, deren Spitzenkandidat Franz Maget das Kunststück fertig brachte, das grottenschlechte Ergebnis von 2003 noch einmal zu unterbieten. Ganze 18,6 Prozent der Wähler in Bayern mochten der abgehalfterten SPD noch ihre Stimme geben.

Für die CSU, deren absolute Mehrheit der Stimmen bisher quasi als Naturgesetz angesehen wurde und die sich entsprechend selbstherrlich mit Bayern gleichsetzte, ist es gewiß eine Katastrophe, nunmehr nicht mehr ohne Koalitionspartner regieren zu können. Keine Frage, die CSU wird natürlich schon irgendwie weiterregieren, aber ihr Nimbus der Unbesiegbarkeit ist ein für allemal dahin.

Nun wäre es angesichts einer derart katastrophalen Niederlage natürlich eine Frage des politischen Anstands, Verantwortung zu übernehmen. Zumal das Verlierer-Duo Erwin Huber und Günther Beckstein als Minimalziel stets von “50 plus X” redeten. Beckstein hatte das Erreichen der 50 Prozent-Marke gar zu seiner persönlichen Schicksalsmarke erklärt.
Doch wie der aufmerksame Zeitgenosse aus Erfahrung weiß, ist es genau das, was den etablierten Politikern fehlt: Charakter und Anstand.

politisch hingerichtete CSU-Führung

Lehrreich in dieser Hinsicht war gewiß der Fernsehabend: „Das ist ein schwarzer Tag für die CSU“, räumte CSU-Chef Erwin Huber ein, wies aber jede Frage nach personellen Konsequenzen selbstverständlich zurück. Im Gegenteil wolle er um den Parteivorsitz kämpfen. Und (Noch-)Ministerpräsident Günther Beckstein sagte sogar, er stehe für eine Koalitionsregierung zur Verfügung. Wobei eine Koalition der CSU mit der FDP wie auch den Freien Wählern denkbar wäre.

Den Herren Huber und Beckstein, die momentan noch glauben, mit ihrem „weiter so“ irgendwie durchzukommen, wird in den nächsten Tagen mit Sicherheit klargemacht werden, daß nicht nur die CSU für ihre jahrzehntelange Selbstherrlichkeit und Machtverliebtheit vom Wähler abgestraft werden sollte. Es ging vor allem auch um die politische Hinrichtung von Huber und Beckstein. Viele Wähler haben diese Extremisten der Mittelmäßigkeit einfach satt , sie wissen dabei möglicherweise gar nicht so genau, was sie wollen, wohl aber was sie nicht mehr wollen: Beckstein und Huber.

Der dramatische Absturz der CSU steht zudem auch für die schlichte Tatsache, daß genau dieses äußerst schwache und obendrein auch noch sprachgehemmte Führungsgespann in den vergangenen fünf Jahren das Vertrauen der Wähler mit einer schlechten und bürgerfernen Politik vollständig ruiniert hat.

Tatsächlich ging es vielen Wählern gar nicht um einen Politikwechsel, sondern um eine Bestrafung der CSU. Die Stimmen, die die CSU verlor, wanderten fast ausschließlich zu den Freien Wählern und im gleichen Maße zur FDP und den Nichtwählern.
Poltisch wird sich also kaum etwas ändern, da das sogenannte bürgerliche Lager zusammen immer noch über 60 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen kann. Aber man muß kein Prophet sein, um feststellen zu können, daß zumindest Hubers und Becksteins Tage gezählt sind.

vorläufiges amtliches Endergebnis

Auch wenn der Wähler das so nicht beabsichtigte, wird das Ergebnis der bayerischen Landtagswahl weitreichende Auswirkungen haben, denn das Aufbrechen der erstarrten politischen Landschaft hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht.
Zwar bewegt sich die Wählerwanderung noch innerhalb des etablierten Spektrums oder in die Wahlenthaltung, doch die sogenannten Volksparteien haben einen erheblichen Teil ihrer früheren Stammwählerschaft wohl dauerhaft verloren, während die kleinen Parteien viele Stimmen hinzu gewinnen konnten.

Die nationalistische NPD und auch die rechtskonservativen „Republikaner“ konnten jedoch kein Kapital aus der CSU-Verdrossenheit schlagen.
Während erstere 1,2 Prozent erreichte, kamen letztere auf 1,4 Prozent, zusammen also auf 2,6 Prozent. Für dieses Spektrum bedeutet dies im Vergleich zur Landtagswahl 2003 lediglich einen Zugewinn von 0,4 Prozent.
Ganz objektiv muß man feststellen, daß die „rechten“ Parteien einfach nicht attraktiv genug sind, weil es noch an respektablen Persönlichkeiten fehlt, die die durchaus richtigen Inhalte glaubwürdig vermitteln können.

Doch das kann sich jetzt schnell ändern, da die großen etablierten Parteien ihre Bindungskräfte weitgehend verloren haben.
Wer als Parteienverdrossener den Schritt wagt, oftmals nach jahrzehntelanger Stammwählerschaft erstmals die Stimme einer anderen Partei zu geben, wird dann irgendwann auch den nächsten Schritt wagen, eine deutschfreundliche Kraft zu wählen, wenn sie als glaubwürdige Alternative wahrgenommen wird und der Leidensdruck groß genug ist. Mancherorts ist dies bekanntlich schon der Fall.

 

 

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8 kommentare zu »

  1. Mal eine Frage. Ich hab grad in der Zeitung gelesen, dass Wahlplakate zerstört wurden!
    Weiß jemand, ob es dafür Strafen gibt? Für eine kurze Antwort wäre ich dankbar!!

  2. Sas Zerstören von Wahlplakaten ist strafbar. Allerdings nur, wenn der Randalierer dingfest gemacht oder angezeigt wird. Und da hapert es meistens. Denn diese lichtscheuen Gestalten ziehen bei Nacht und Nebel umher, um missliebige Plakate zu zerstören. Meist noch im Auftrag der Systemparteien. Die Antifa (SA der Etablierten Übeltäter) tut sich da besonderst hervor. Sie haben sogar bei der WM Preise gestiftet für den, der die meisten Deutschlandfahnen klaute oder zerstörte. diese Leute sind krank im Hirn aber wie steht es in der Bibel? Selig sind die armen im Geiste.

  3. Das Wahlergebnis ist für mich überhaupt nicht überraschend. Das betrifft sowohl die Landtagswahl in Bayern als auch die Kommunalwahl in Brandenburg. Die Union hat für ihre Beteiligung am “Kampf gegen Rechts” , der nichts weiter ist als ein Kampf gegen das Bürgertum - und damit ihren eigenen Wählern, die verdiente Quittung bekommen. Nicht nur Beckstein und Huber haben verloren, sondern auch Merkel & Co. Aber wahrscheinlich bedarf es noch weiterer Niederlagen, ehe sich die Partei besinnt und diesen Herrschaften die rote Karte zeigt.

  4. Es ist unglaublich, daß es noch massenhaft Idioten in unserem Volk gibt, welche die etablierten Parteien oder ihre Surrogate immer noch wählen. Sie haben das Volk vor der letzten Bundestagswahl angelogen und nach der Wahl die Mehrwertsteuer um 3 % erhöht. Jeden Cent zieht das raffgierige Pack uns Bürgern und unseren Familien aus der Tasche. Um keine Ausrede sind sie verlegen, wenn es darum geht, sich die Taschen zu füllen und uns zu schädigen. Und was haben sie heute gemacht? Für einen raffgierigen DAX-Konzern haben sie einen zweistelligen Milliardenbetrag aus Steuergeldern bereitgestellt. Man holt es dann wieder bei den Familien! Cortigiani! Vil razza dannata! Per qual prezzo vendeste mio bene!

  5. CSU-WAHLDEBAKEL?!
    Dass ich nicht lache! Ein paar Prozent mehr oder weniger für eine der Blockparteien der Antinationalen Front. Als ob es darauf ankäme! Solange der deutsche Blödmichel auf dem Weg zur finalen Umvolkungs- und Ausplünderungs-Schlachtbank so abstimmt, ist ihm nicht zu helfen. Da muss es noch viel, viel schlimmer kommen. Und das wird´s. Wetten?

  6. Man brauchte wirklich kein Prophet sein, wie die Bild heute morgen meldet, werden am 25.10. Huber und Haderthauer zurücktreten, um Beckstein zu retten - na und?!
    Die Freien Wähler, eine Art Reserve-CSU, haben sich schon als Koalitionspartner angeboten. Alles bleibt beim Alten, einen Politikwechsel wird es nicht geben, weil der Wähler ihn auch nicht wirklich gewollt hat. Lediglich einige altgediente CSU-Bonzen kommen nicht mehr in den Landtag. Es findet ein begrenzter Austauch an der Futterkrippe statt durch Leute, die auch zum System gehören…
    Es muß noch viel passieren, bevor der Wähler wirklich bereit ist, national zu wählen. Und dann könnte es auch schon zu spät sein, denn man wird bis zum letzten Zucken alles tun, um eine echte Alternative zu verhindern - das System hat noch genügend Leichengift übrig…

  7. F.J. Strauß prägte einmal den Ausspruch: “Rechts von uns ist die Wand”. Das stimmt schon lang nicht mehr. Spätestens nach Öttingers Canossagang zum ZdJ müßte selbst dem Naivsten klar sein, daß die “C-Parteien” nicht mehr die politische Heimat von national-konservativ eingestellten Menschen sein können. Wenn man es geschickt anstellt und charismatische Führungskräfte hätte, würde eine national -konservative Volkspartei sicher auf Anhieb 15-20 Prozent der Stimmen in Deutschland bekommen .

    Mit nationalem Gruß Balmung

  8. Solange die Fünferbande SPCDUSED zusammen noch über 5% kommt, ist kein Grund zum Frohlocken (Llujah soag I!) gegeben. Die Strolche machen 2 - max. 2,5% des sog. Volkes aus. Pfui über dieses Sklavenpack, das da glaubt, diesem Unflat durch Nichtwählen einen Denkzettel verpassen zu können.

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