Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält Lohnsenkungen für vernünftig

Von Totila Veckenstedt • 29. Juli 2009 • Kategorie: Kurz & knapp
Der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, BDA, Dieter Hundt

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise in der kommenden Tarifrunde Forderungen nach Lohnkürzungen aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht für eine “vernünftige Möglichkeit”. Das war ja zu erwarten, daß die „kleinen Leute“ die Zeche der Weltwirtschaftskrise zahlen sollen und werden, die letztlich von den Brüdern im Geiste des Dieter Hundt verursacht wurde. Aus der Sicht der Liberalkapitalisten ist diese Logik ja auch bestechend. Schließlich kostet die Banken- und Unternehmungsrettung viel Geld. Und deshalb werden die Gedanken des Dieter Hundt in diese Richtung nicht die letzten gewesen sein. Man kann auch darauf wetten, daß unmittelbar nach der Bundestagswahl die Blockparteien die Mehrwertsteuer erhöhen und sich auf die eine oder andere Weise in die Debatte um weitere Lohnkürzungen einschalten werden.

Bekanntlich hat genau diese etablierte Politik im Zusammenspiel mit einer asozialen Wirtschaft im letzten Jahrzehnt Bedingungen geschaffen, wo viele Millionen Arbeitnehmer von ihren Löhnen nicht mehr leben können. Und der Lohnklau geht munter weiter, Hunderttausende wurden in den letzten Monaten auf Kurzarbeit gesetzt, was für die Betroffenen zu einem Reallohnverlust von mehreren hundert Euro pro Monat führt.

In diesem Sinne soll es munter weitergehen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte nach Medienberichten vom 28. Juli 2009, daß in einigen Wirtschaftsbereichen eine Senkung der Tariflöhne angesichts massiver Geschäftseinbrüche betriebswirtschaftlich gerechtfertigt sei. „Ich kann mir im Moment noch nicht vorstellen, daß Tariflöhne reduziert werden“, fügte er hinzu. „Aber daß übertarifliche Vereinbarungen oder aber Arbeitsbedingungen in den Manteltarifverträgen verändert werden, die zu einer Senkung der Kostenbelastung der Unternehmen führen, schließe ich nicht aus.“
Die wirtschaftliche Situation in vielen Branchen und Unternehmen rechtfertige durchaus die Überlegung, Entgelte abzusenken, sagte Hundt.

Zwei Dinge stehen für die Arbeitgeber nach Hundts Worten bei der Bewältigung der Krise im Vordergrund: die Sicherung der notwendigen Finanzierung der Unternehmen und ein Moratorium für neue Belastungen der Wirtschaft. Werde das verletzt, schade das der Erholung der Konjunktur.
So dürfe die Lohnnebenkostenquote von 40 Prozent, die derzeit unterschritten werde, nicht wieder steigen.

Sorge bereitet dem Arbeitgeberpräsidenten nach eigenen Worten die zunehmende Gefährdung der Tarifautonomie, sei es durch staatliche Eingriffe in die Lohnbildung, wie bei den Mindestlöhnen, sei es durch Spartengewerkschaften mit der Gefahr einer Zersplitterung des Tarifsystems. Hundt fordert daher für die nächste Legislaturperiode eine gesetzliche Klarstellung, um die Tarifeinheit rechtlich eindeutig abzusichern.

Wie kaum ein anderer personifiziert Dieter Hundt das Asoziale im Liberalkapitalismus, der sich natürlich auch für die BRD rumänische Löhne wünscht.
Dabei gibt es für eine Mehrheit der bundesdeutschen Arbeitnehmer schon seit Anfang der 90er Jahre Reallohneinbußen. Und „Hartz IV“ könnte man auch durchaus als Lohnsubvention für 400-Euro-Jobber und Zeitarbeitssklaven bezeichnen. Die seither sinkenden Reallöhne haben, wie wir heute gut beobachten können, den Binnenmarkt abgewürgt.

Es ist allerdings fraglich, ob eine bornierte Type wie Hundt, die immer nur nach niedrigeren Löhnen krakeelt, auch nur ansatzweise begreifen kann, daß sinkende Löhne eine geringere Nachfrage und damit Deflation bedeuten. Die ersten, die von einer solchen Entwicklung betroffen werden, sind witzigerweise die Freunde des Hundt, die Unternehmer, weil die dann weniger Produkte können und dazu noch zu niedrigeren Preisen verkaufen müssen, was selbstverständlich weniger Profit für die Unternehmer bedeutet.

 

 

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16 kommentare zu »

  1. Liebe Mitstreiter,

    Hundt und Konsorten verhöhnen mit ihren Frechheiten die gesamte Arbeiterschaft! Was verleiht diesen Typen ihre Selbstsicherheit?

    Ich möchte es mal vorsichtig formulieren: Der seinerzeitige Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, hat zum Ende seines vorzeitigen irdischen Daseins, nicht mehr so große Töne gespuckt!
    http://www.welt.de/multimedia/archive/1171790458000/00155/fsl_schleyer_raf_DW_155726g.jpg

    MkG.,
    Kaleu

  2. Glauben diese dreisten Selbstbediener im Ernst , daß alle Anderen dümmer sind als sie selbst ? Sind das nicht die gleichen Menschen , die die Abwanderung deutscher Firmen aus Gründen der Gewinnoptimierung vorangetrieben haben , dadurch millionen deutscher Arbeitnehmer brotlos gemacht haben und mit den wiedereingefühten Waren (möglichst noch unter ihrem alten deutschen namen) hier den Reibach machen wollen ? Das ist schändlich !!! Ich könnte locker mit der Hälfte meines Gehalts zurechtkommen , wenn ich nur die Hälfte meiner Ausgaben hätte . Wir müssen aber hier mit deutschen Löhnen zu deutschen Preisen klarkommen ,aber das ist diesen Herren egal so lange es für sie reicht und sie ihre kleinen schmutzigen Umwege finden . Das leben ist geben und nehmen ,wenn aber einer nur noch nehmen will , dann geht die Sache vor den Baum .

    Mit nationalem Gruß Balmung

  3. Wenn sich bald alles auf dem Lohnniveau von Taiwan / China bewegt, hat nirgendwo mehr jemand Geld, um die produzierten Artikel zu kaufen, Herr Hundt! Und wenn keine Nachfrage mehr besteht, sieht das für Sie auch nicht mehr gut aus. Schon mal daran gedacht?

  4. War Schleyer eigentlich auch so ein Hund?
    Das würde die RAF nachträglich zumindest menschlich verständlich machen.

  5. Tja, nicht jede Wahrheit muss zur Unzeit ausgesprochen werden.

    In der Sache hat Herr Hundt vollkommen Recht. Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht, wäre das durchaus eine vernünftige Möglichkeit. Nur nicht alles, was betriebswirtschaftlich vernünftig ist, ist auch sozial vernünftig. Deshalb wird es nicht zu nominalen Lohnkürzungen kommen. Herr Hundt sollte vielleicht nicht so laut denken, wenn Reporter in der Nähe sind.

    Ansonsten: Dass viele Arbeitnehmer von ihrem Lohn nicht leben können, hat nicht ein Herr Hundt zu verantworten, sondern eine Jahrzehnte lange Misswirtschaft. Wir haben Kohle, Landwirtschaft und die EU subventioniert, die Einwanderung und den Goldbesitz, wir haben uns als Sozialamt der Welt aufgeführt und wundern uns dann, dass unseren eigenen Arbeitern nach Abzug der Lohnnebenkosten zu wenig zum Leben bleibt. Wir haben unsere Bildung und unsere Infrastruktur vernachlässigt und wundern uns jetzt, dass Investoren ihre Fabriken im Ausland aufbauen und nicht bei uns.

    Eines muss uns klar sein: Wenn wir höhere Löhne, als in China, Bulgarien oder Indien wollen, dann muss unser Standort auch mehr bieten als diese Länder. Ich persönlich glaube an die Vorzüge des deutschen Landes, aber unseren Vorsprung bei der Ausbildung der Arbeiter, bei der Rechtssicherheit und beim Straßen- und Fernmeldenetz müssen wir erhalten. Stattdessen wird eine Einwanderung in die Sozialkassen gefördert, unsere deutschen Schulen sinken zunehmend auf das Niveau ostanatolischer Abendschulen für Ziegenhirten ab, unsere hochentwickelte Kultursprache wird bei MTV von Gangsta-Rappern verhunzt, die sich an einem mutmaßlichen Wortschatz der Neanderthaler orientieren und die Rechtssicherheit wird leider auch gerne ausgehöhlt. Nicht so drastisch, wie von den Bonzen der 30er-Jahre, aber auf jeden Fall viel zu viel.

    Insofern war es vielleicht nicht Hundts Fehler, dass er laut gedacht hat. Sein Fehler war, dass er nicht zu Ende gedacht hat: Richtig, in unserem Lande sind die Löhne der Arbeiter demnächst in dieser Höhe nicht mehr gerechtfertigt. Wenn der Standort Deutschland verkommt, kann der Arbeiter an diesem Standort keinen derzeitigen Lohn fordern. Wenn ein Nobelrestaurant in einer zunehmend verfallenen, hässlicher werdenden Gegend liegt, wenn die Gäste zunehmend von einem kriminellen Pöbel belästigt werden, dann muss es auch mit den Preisen runtergehen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    Würde Herr Hundt jetzt aber den Mut haben, zu Ende zu denken, dann würde er laut noch einen zweiten Satz dranhängen. Er würde sagen: “Aber wenn Du lieber Arbeiter Deine Löhne in derzeitiger Höhe erhalten willst, dann mache Deinen werten Volksvertretern mal etwas Feuer unter dem Allerwertesten, damit sie unser Land nicht verkommen lassen, denn in diesem Land liegt auch Dein Arbeitsplatz. Wenn Dir schon
    Deine Wurzeln nichts bedeuten, vielleicht dann wenigstens Dein Wohlstand.”

    Aber vielleicht hat sich Herr Hundt auch kurz zuvor Stefan Raabs Erstwählertest angeschaut und nach tiefem Luftholen resigniert, sich vor seinem eigenen, kurzzeitigen Mut erschrocken und sich schmerzhaft auf die Zunge gebissen. So wie es viele Seinesgleichen in diesem, unserem Lande tun.

  6. Deutschland geht vor die Hund(t)e.

  7. @ griesgram

    Herrn Schleyer wurde nach seiner Ermordung aus dem RAF-Umfeld alles Mögliche vorgeworfen, von seiner früheren Mitgliedschaft in der SS, über die Ausbeutung der Arbeiter (die begeht nach marxistischer Logik ja jeder, der Arbeitsplätze schafft oder erhält) bis hin zu seiner Körperfülle.

    Ich will jetzt gar nicht darüber diskutieren, was an diesen Vorwürfen gegen Schleyer richtig war oder nicht. Über einen Toten will ich sowieso keinen Dreck leeren. Aber ich will hier mal die Logik der RAF aufs Korn nehmen: Schleyer war das einzige Opfer der RAF, dem die Terroristen ein Überleben eingeplant haben!

    Schleyer wurde nicht wie Buback oder Rohwedder aus dem Hinterhalt ermordet, sondern er wurde erst entführt und eigentlich als Austauschmasse für inhaftierte RAF-Genossen vorrätig gehalten. Ob Schleyer ein guter oder ein schlechter Mann war, ob er in der SS oder im Planungsstab von Mutter Theresa gewesen ist, das war Christian Klar und Konsorten schnurz!
    Das Überleben Schleyers hing während des “Deutschen Herbstes” nicht mehr von Schleyers Biografie, sondern von der Erpressbarkeit der Bundesregierung ab.

    Hätte die Bundesregierung Baader und Ensslin freipressen lassen, wäre Schleyer am Leben geblieben! Die angebliche Ausbeutung der Arbeiter, die Mitgliedschaft in der SS, nichts davon wäre für die RAF ein Grund zum Töten gewesen, wenn die Regierung Baader und Ensslin freigelassen hätte!
    Aber die Bundesregierung ließ sich damals nicht erpressen. In der Folge war es den Terroristen wurscht, ob Schleyer böse zu den Arbeitern war oder allen Freibier spendiert hat. Schleyer war die Geisel und Baader und Ensslin waren tot.
    .
    Bei Schleyer war es am 18.Oktober 1977 letztlich genauso, wie bei seinem Fahrer oder seinem Leibwächter: Niemand hat sich dafür interessiert, ob er zeitlebens ein guter oder schlechter Mensch war. Er war einfach nur ein Tötungsobjekt für die RAF.

  8. Eine traurige Gemeinsamkeit der meisten Rechten und Linken: Mangelnde volkswirtschaftliche Kenntnisse.

    Künstlich hohe Löhne (wie in der BRD) führen zu struktureller Arbeitslosigkeit!!

    Wenn man die Wirtschaft in der BRD nicht ständig beschneiden würde (Gewerkschaften, hohe Steuern, staatliche Geldverschwendung etc.) und nicht so viele Arbeitskräfte zuwandern würden, würde das Lohnniveau von ganz allein steigen, wegen dem Naturgesetz von Angebot und Nachfrage.

    Aber die Menschen haben keine Geduld und wollen ständig daß der Staat eingreift…

    Die aktuelle Finanzkrise ist übrigens nur zum Teil ein “Marktversagen”. Wesentliche Schuld trifft die Notenbanken, die zwar rechtlich unabhängig sind aber dennoch zu den staatlichen Instituitionen gehören. Ist es nicht eine Ironie, daß im “Kapitalismus” ausgerechnet der Preis für das Geld (= Zinsen) zu einem großen Teil nicht vom Markt bestimmt werden darf?

  9. Warum wurden eigentlich die Bekenner-Briefe der RAF nie veröffentlicht? Denn dort hat ja wohl der Grund drinnen gestanden für ihre Anschlage. Hätte das Volk ihnen vielleicht Recht gegeben?

  10. @griesgram
    Zitat: War Schleyer eigentlich auch so ein Hund? Zitat, Ende.

    Lieber Mitstreiter griesgram,

    ja, für diesen Job werden immer die gleichen Typen ausgewählt. Über eine Eigenschaft müssen diese “Herren”, besonders ausgeprägt, verfügen: Absolute Skrupellosigkeit!

    Von der Ideologie mal abgesehen, zu RAF-Zeiten hat sich der eine oder andere BRD-Büttel, sagen wir so, eher etwas in Zurückhaltung geübt, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Zur Zeit haben die BRD-Systemlinge keinen (für sie offensichtlichen) Grund zur Sorge, entsprechend unverschämt ist auch ihr Verhalten. Sie erlauben sich sogar den “Luxus” ungestraft gegen das deutsche Volk zu agieren.

    Wie gering die ideologischen Unterschiede manchmal sind, sehen wir am Beispiel von Horst Mahler. Vom überzeugten RAF-Anwalt zum Vorkämpfer für deutsches Recht! Dieses Beispiel zeigt uns, daß nicht alle vermeintlichen Linken kommunistische Spinner sind, sondern eher der nationalen und sozialistischen Linie verpflichtet sind. Wer sich ernsthaft mit den bisher bekannten “Staatsformen” beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, daß der frühere DDR-Sozialismus und der jetzige BRD-Kapitalismus keine wirklichen Alternativen sind. Aber dies nur am Rande.

    MkG.,
    Kaleu

  11. @Kaleu
    Der einzige Unterschied liegt im Internationalismus.
    Die roten begreifen mehrheitlich nicht, daß die Resourcen eines bestimmten Gebietes endlich sind, die Zahl potentieller Schnorrer aber nicht.
    Liegt hauptsächlich daran, daß die Masse der roten Spinner selber noch nie etwas von dem erwirtschaften mußten, was sie zu verteilen gedenken.
    Und das auch nicht können, denn was hat ein Soziologe, Politologe oder Sozialpädophiler…äh…pädagoge schon an nützlichem Wissen. Von den Assis und Punks nicht zu reden.
    Selbst die SED würde das Pack bei einer erneuten Machtübernahme doch postwendend nach Hohenschönhausen und Bautzen verbringen lassen.

    @Widu

    Mich hat eigentlich nur das Handeln Schleyers in seiner Rolle als Proto- Hund interessiert.
    War damals noch zu jung, um mich an seine Politik zu erinnern.

    @Volkswirt

    Und was habe ICH davon, wenn ich für einen Hungerlohn arbeiten soll?
    Die traurige Gemeinsamkeit aller Volkswirte und Neoliberalen ist es, daß sie nicht begreifen wollen, daß ein System, welches dem Volk nichts bringt, keine Existenzberechtigung hat.
    Die “Wirtschaft” ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft.
    Übrigens ist die FED als Hauptverursacher der Krise KEINE staatliche Institution, sondern ein Konsortium jüdischer Privatbanken.

  12. Dieses vollgefressene Schwein, ist für mich ein Brechmittel. Kein Sinn und Verstand und die Schnauze weit aufreißen! Der hat sein Geld in trocknen Tüchern!
    Was soll der Quatsch von Wirschaftskrise? Wem haben wir diese zu verdanken?
    Korrupte Manager, die nur noch auf ihren Vorteil bedacht sind. Manager, die für Fehlleistungen fürstlich belohnt werden, und der doofe doofe deutsche Michel soll bezahlen?
    Dazu gehört dieser Freund Blase.

    Wartet nur die nächste Wahl ab. Wenn ihr abwartet, und euch nicht wehrt, ist es schon zu spät, sagte ein Freund!
    Wählt dieses gesammte Schweinepack ab. Noch ist Zeit!
    Außerdem gewaltfreier Widerstand in der Öffentlichkeit. So mit Protestmärschen gegen die Fehler in Deutschland. Friedlich, friedlich sonst geht die Welt unter.
    Entschuldigt meine Ausdrucksweise. Mir kam da etwas hoch……

  13. @ griesgram

    1. Ob Schleyer den Arbeitern etwas gebracht hat oder nicht, war für seine Ermordung vollkommen irrelevant. Insofern ist der Verweis auf den Fall Schleyer reichlich blödsinnig.

    2. Klar, die Volkswirtschaft ist für das Volk da, keine Frage, wir sind da einer Meinung. Das heißt aber nicht, dass ein Betrieb in Deutschland unbedingt das Sozialamt spielen muss. Schließlich bezahlt er Steuern, damit der Staat sowas tut.
    Herr Hundt repräsentiert die Arbeitgeber in Deutschland, also gerade diejenigen, die in Deutschland noch Leute beschäftigen! Wir können natürlich gemäß marxistischer Logik jeden Arbeitgeber als Feind betrachten, mit der Folge, dass irgendwann gar niemand mehr in Deutschland Arbeitsplätze schafft oder erhält. Auch eine Möglichkeit.

    Du fragst, was Du von der Volkswirtschaft hast: Mach mal einen Ausflug nach Simbabwe, dann weißt Du es! Wenn man als Unternehmer so einfach an die Millionen kommt, dann mach Dich doch selbständig und werde Arbeitgeber! Es hindert Dich niemand daran und dem deutschen Volk würden ein paar neue Arbeitsplätze ganz gut tun. Davon abgesehen vertritt Herrn Hundts BDA die tariflich organisierten Arbeitgeber, die sowieso überdurchschnittlich hohe Löhne zahlen.

    Und nochwas: Die derzeitige Finanzkrise hatte ihr Epizentrum in der US-Finanzindustrie. Herr Hundt vertritt überwiegend das produzierende Gewerbe in Deutschland. Warum die deutschen Produktionsstätten für die Sünden amerikanischer Banken verantwortlich sein sollen, ist mir ein Rätsel.

    Fakt ist, dass manche Firmen gerade durchaus finanziell am Krückstock gehen. Jetzt ist die Frage: Sollen sie ihre teilweise überdurchschnittlichen Löhne senken oder weitermachen wie bisher, mit dem Risiko, dass die gesamten Arbeitsplätze in dem Betrieb bald futsch sind? Die Lektion, die linke wie rechte Sozialisten erst noch lernen müssen, ist die, dass sich Reichtum nicht einfach herbeibefehlen oder erzwingen lässt.

    Fakt ist weiterhin, dass es in Deutschland nicht genügend Arbeitsplätze gibt. Logo, sonst hätten wir ja Vollbeschäftigung. Ich habe mal bei Daimler in der Produktion gearbeitet und hatte Kollegen, die mit vergoldeter Motorhaube rumgefahren sind, weil der Tarif ihnen fürstliche Löhne garantiert hat. Ist es denn sozial gerecht, dass ein Industrie-Mechaniker bei Daimler für die gleiche Arbeit mehr Lohn bezieht, als ein Industrie-Mechaniker in einem thüringer Kleinbetrieb?
    Wäre es nicht sozial gerechter, wenn Daimler seine Löhne für Industrie-Mechaniker senken und dafür mehr Menschen einstellen würde? Was hat der Arbeitslose Industriemechaniker davon, dass sein Kollege bei Daimler eine vergoldete Motorhaube besitzt?

    Je niedriger die Löhne, umso mehr Arbeitsplätze sind lebensfähig, daran ändern auch pseudo-wissenschaftliche Gewerkschaftsblättchen nichts. Jeder Betrieb kann bei niedrigeren Löhnen noch zusätzliche Arbeitskräfte für irgendwelche Arbeiten gebrauchen, die bei hohen Löhnen unrentabel sind.
    Da von der Volkswirtschaft jeder etwas haben sollte, nicht nur derjenige, der Arbeit hat, sondern auch derjenige, der arbeitslos ist, sollte die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen Vorrang vor hohen Löhnen haben. Erst wenn die Arbeitslosigkeit entsprechend beseitigt ist, kann es Platz für Lohnerhöhungen wie in früheren Jahren geben.

    Im Übrigen gibt es das bekannte Problem, dass manche Menschen von ihrem Gehalt ihre Familie nicht richtig ernähren können. Das sehe ich durchaus als Problem an, dem das Volk in einem Akt der Solidarität begegnen muss. Hierzu wurden zahlreiche Modelle entworfen, angefangen von einer “negativen Einkommenssteuer” über ein “bedarfsunabhängiges Grundeinkommen” bis hin zu speziellen Lohnzusatzleistungen. Fakt ist aber, dass es nicht die Aufgabe des Betriebs ist, ein Sozialamt zu sein. Der Betrieb hat zu produzieren und dafür Steuern zu zahlen. Sozialleistungen sind eine Angelegenheit des gesamten Volkes, andernfalls bevorzugst Du nämlich diejenigen Unternehmer, die in menschenleeren Hallen produzieren und dadurch auch keine Arbeitgeber mehr sind.

    Und zum Schluss nochmal ein Wort zur FED. Ich mag diese unausgegorene Institution nicht. Sie hat Züge sowohl eines Privat- wie auch eines Staatsunternehmens. Die Leitung der FED ist klar an einem Staatsunternehmen angelehnt, das “board of governors” wird nicht von “jüdischen Banken” bestimmt, sondern vom US-Präsidenten und dem Senat. Die formalen Eigentumsrechte entfallen allerdings auf zahlreiche Privatbanken, was damit zu tun hat, dass die FED eine reichlich unausgegorene Struktur hat. Das führt den teilhabenden Banken ungebührlich hohe Gewinne zu.

    Die Hauptschuld an der Krise kann man kaum der FED anlasten. Hauptgrund für die Krise war die Vergabe von Krediten an Schuldner schlechter Bonität. Bei der Kreditvergabe ist so ziemlich alles in den Wind geschlagen worden, was dem kleinen Studenten in der Uni noch als unabkömmlich eingetrichtert wird. Bei der Bewertung von Kreditsicherheiten wurden u.a. “Trendfolgesysteme” verwendet, die eigentlich ein absolutes Tabu sind. Diese Fehler wurden von den Privatbanken der USA gemacht, nicht von der FED.

    Die FED mag ich nicht, ihre Bosse wurden häufig aus eher politischen Gründen bestimmt; einen Greenspan oder Bernanke hätte ich persönlich nie auf den FED-Thron gesetzt, die sind mir alle zu gut bei den Großbanken vernetzt. Aber manche Vorwürfe gegen die FED sehe ich dann doch als zu weit gehend an. Insbesondere der Vorwurf aus der “österreichischen Schule”, die FED hätte mit niedrigen Zinsen die Blase aufgeblasen, halte ich für eine zu weit gehende Entlastung der Privatbanken. Auch billiges Geld legt man nicht sehenden Auges in Blasen an. Hier war der Fehler klar in der Vergabepraxis der Einzelbanken beheimatet und nicht in der Politik der FED.
    Insofern wäre Uncle Sam gut beraten, wenn er endlich mal die amerikanischen Privatbanken mit einer saftigen Sonderabgabe schröpfen würde, anstatt die staatlich kontrollierte FED für alles verantwortlich zu machen.

  14. Mit Klassenkampfdenken wird kein Wandel geschaffen
    In den Kommentaren zur Äußerung von Arbeitgeberpräsident Hundt über “Lohnsenkungen” werden viele Fehlentwicklungen aufgezeigt. Aber die klare Erkenntnis, daß alle — außer den ganz großen Banken und Konzernen — die Betroffenen, also Leidtragenden der Krise sind, fehlt. Und daher fehlt in den Kommentaren auch der Vorwurf, daß die Mehrheit von Unternehmern wie Arbeitnehmern an der Gefährdung ihrer Betriebe und ihres Arbeitsplatzes eine gewisse Mitschuld haben.
    Denn wo liegen die Ursachen der Krise?
    Wegen freimaurerischer1 Bindungen in Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften haben beide mit der gezielten Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften die Überfremdung gefördert. Das geschah auf Kosten des Wohls der Betriebe und der Arbeitnehmer.
    Wer das hinnahm, weil er nicht als Rechtsextremist gelten wollte,
    wer die ungeheueren Zahlungen an Israel über immer neue Kanäle ohne Einspruch duldete, weil er kein „Antisemit” sein wollte, und
    wer schließlich die Beteiligung an den von den USA bzw. Usrael geführten Vormachtskriegen nicht scharf mißbilligte, hat die Hauptgründe von Krise und Verfall nicht bekämpft, der muß seine Mitschuld an der Fehlentwicklung erkennen.
    Außerdem, was hilft es jetzt zu sagen: Es ist eine Schande, daß uns jemand zu Lohnsklaven machen will, wenn aufgrund der Lage nichts anderes als eine Lohnsenkung übrigbleibt. Das kann hauptsächlich ein Ventil für den Unmut, aber kein Mittel zur Besserung sein. Die Warnungen müssen endlich beachtet und nicht mehr als Verschwörungstheorie verworfen werden.
    Und wenn die Mehrheit wartet, bis sie vor Verdruß überschäumt und sich der Unmut und die Not in gewaltsamen Protesten entlädt - auf die sich die Regierungen bereits vorbereiten -, dann kommt zu der schlechten Lage noch die weitere Verschlechterung durch kostspielige Zerstörung.
    Denken und Freiheitswillen, fremden Zwang, fremde Gängelung abzuwerfen, und das Begraben einer Einstellung, daß der Sozialstaat alles Unangenehme regelt, daß wir Anspruch auf ein Wohlleben haben, kann kommende Notzeit wesentlich lindern!
    E. u. G. Fuchs

  15. Schluß mit der Ausbeutung unschuldiger Turbokapitalisten!
    Lasst uns unentgeltlich und ohne Urlaub für diese gebeutelte, überlegene Kaste arbeiten!
    Und für Essen und Unterkunft in den Fabriken zahlen wir dann noch Miete, die wir durch den Verkauf unserer eigenen Organe erwirtschaften. Vielleicht könnten wir ja dann in unserer 5 stündigen Nacht-Ruhephase ehrenamtlich für diese Schweinehund(t)e sammeln gehen.
    Wenn hier irgend einer ein Problem hat, dann doch wohl eher diese wahnsinnige, krebsgeschwürartige Gewinnmaximierungs-Monstermaschine des Weltbonzentums und ihre kleinen Speichellecker von Hündchen-Politikern.
    Es wird langsam Zeit, dass wir diese liberalkapitalistischen Parasiten und ihren Anhang ins All schiessen.

  16. @Widu
    “Die Lektion, die linke wie rechte Sozialisten erst noch lernen müssen, ist die, dass sich Reichtum nicht einfach herbeibefehlen oder erzwingen lässt.”

    Natürlich nicht. Die Frage ist nur, weshalb ICH, um es nochmals zu wiederholen, für den Lohn eines Rumänen arbeiten soll, wenn das Preisniveau das von Frankfurt oder München bleibt.
    Um einem vollgefressenen Bonzen, der mit seinen Artgenossen die EUdSSR und die Globalisierung wollte dazu zu verhelfen, daß seine Rechnung aufgeht?
    Was Du da beschreibst hieß drüben mal Reaganomics.
    Und fuhr krachend an die Wand.
    Es ist nämlich ein Irrweg, diegroßen Viecher zu mästen und zu gluben, dannbliebe für die Spatzen automtisch genug zu Picken übrig.
    Das wird nämlich verzockt, nicht verteilt.
    Eben gerade bei den Bankstern, die das große Kasino betreiben.
    Und gerade WEIL es in der BRDDR nicht genug Arbeit gibt und die Hunde dieser Welt uns Millionen von Negern und Handtuchköpfen importiert haben, sollen sie dann doch die einstellen.
    Sind doch alle hochqualifiziert, oder?
    Für meinen Teil bin ich jedenfalls nicht bereit, mein Wissen und Können für den Lohn eines hergelaufenen Pasalacken zu verkaufen.
    Und die Hunde dieser Welt sollten langsam begreifen, daß es nicht nur leistungsgerechte Bezahlung gibt, sondern der heilige “Markt” auch in die andere Richtung funktioniert:
    Im Sinne bezahlungsgerechter Leistung.

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